Luftschirm-Technik.

Energieeinsparverordnung, Energieeinsparung, Klima- und Gesundheitsschutz.

In der Energieeinsparverordnung EnEV werden „Tore“ nicht explizit als Bauteile erwähnt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Gebäudeöffnungen im Rahmen der Nachweise für Neubauten und im Bestand zu berücksichtigen sind.

 

So kommt es in der Praxis hin und wieder zu Unsicherheiten bezüglich der Behandlung von Toren (Gebäudeöffnungen). Aufgrund ihrer andersartigen Konstruktion und der ansonsten unterschiedlichen baurechtlichen Bewertung sind Tore auch nicht als Außentüren zu behandeln, die, im Unterschied zu Toren, in der EnEV explizit als Bauteile genannt werden.

 

Die DIN 4108-4: 2013-02 definiert Tore als „Einrichtung, um eine Öffnung zu schließen, die in der Regel für die Durchfahrt von Fahrzeugen vorgesehen ist.“ Tore sind somit von Außentüren zu unterscheiden.

 

Für Elemente, für die im Referenzgebäude keine Festlegungen enthalten sind, hat die Fachkommission Bautechnik der Bauministerkonferenz eine Auslegung veröffentlicht. Dementsprechend sind auch Tore in Anwendung der Auslegung „XIX-7 zu Anlage 1 Nr. 1.1 und Anlage 2 Nr. 1.1 EnEV 2013 (Elemente des Referenzgebäudes, für die in der EnEV keine Festlegungen enthalten sind)“ sowohl im Referenzgebäude als auch im Ist-Gebäude mit ihren realen Flächen und Eigenschaften zu berücksichtigen.

 

Beim Nachweis der Einhaltung der Höchstwerte der mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten bei Nichtwohngebäuden nach Anlage 2 Tabelle 2 EnEV 2013 sind Tore weder als "opake Bauteile" noch als - ggf. auch teiltransparente Verschlüsse von Gebäudeöffnungen – „transparente Bauteile“ zu berücksichtigen. Tore bleiben (wie auf Grund von Anlage 2 Nummer 1.3 EnEV 2013 auch die Türen) beim Nachweis des mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten vollständig unberücksichtigt.

 

Dies trifft sinngemäß auch zu auf andere, nicht mit Referenzausführungen bedachte Sondereinbauten in Öffnungen von Nichtwohngebäuden (beispielsweise bei Förderanlagen, Warenautomaten usw.) zu.

 

Bei Änderungen an Bauteilen gelten die Anforderungen gemäß § 9 Absatz 1 Satz 1 in Verbindung mit Anlage 3 EnEV 2013 und nur für die dort genannten Bauteile. Auch hier werden Tore nicht genannt, so dass im Bestand - z.B. im Falle des Austausches oder der Änderung - an Tore grundsätzlich keine Anforderungen gestellt werden. (Die in Anlage 3 EnEV 2013 genannte Norm DIN 4108-„Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 4: Wärme- und feuchteschutztechnische Bemessungswerte“, die auch Bemessungswerte für Tore enthält, ist hier nur in Zusammenhang mit Bemessungswerten für Fenster in Bezug genommen.)

Quelle: Bericht der Fachkommission Bautechnik der Bauministerkonferenz zu Auslegungsfragen zur Energieeinsparverordnung, Deutsches Institut für Bautechnik, Berlin,

Physikalisch und thermisch unabgeschirmte Gebäudeöffnungen bedeuten einen erhöhten Anstieg der Energiekosten, eine wesentliche Belastung der Ökobilanz und ein zusätzliches Gesundheitsrisiko für die Belegschaft